Einsatz 

 für 

 Exotische Tiere 

Eine zweite Chance für Plumploris – unsere konkrete Hilfe für die Opfer des Haustierhandels

Plumploris stehen am Rande der Ausrottung - das hat viele Ursachen. Die Vernichtung ihres Lebensraumes spielt dabei eine große Rolle, sowie der zunehmende illegale Handel für Fototourismus und den wachsenden Haustiermarkt. Oft werden die (giftigen!) Primaten verstümmelt, sodass sie komplett wehrlos sind: dadurch werden die Plumploris von exotischen Wildtieren zu niedlichen Haustierchen – in freier Wildbahn können viele der Tiere nicht mehr überleben. Deswegen ist es umso wichtiger, dass sich die Retter und Auffangstationen richtig um die kleinen Exoten kümmern und die gequälten und gebrochenen Plumploris nicht weiter traumatisieren oder abnormales Verhalten fördern.

Eine artgerechte Haltung, das richtige Futter und die richtige Umgebung sind dabei für Plumploris genauso wichtig wie für alle anderen Lebewesen auch. Doch um die Tiere in den Auffangstationen richtig unterbringen zu können, muss erst einmal herausgefunden werden, was die verstörten Tiere brauchen, um sich wohl zu fühlen!

 Ein besseres Leben für traumatisierte Plumploris 

Dabei helfen ihnen nun die Ergebnisse des vom ETN finanzierten Forschungsprojektes der Oxford Brookes Universität und des „Little Fireface Projects“, die mit weiteren Auffangstationen geteilt werden um das Leid von konfiszierten Plumploris zu lindern.

In dem Forschungsprojekt wurden den beobachteten Plumploris verschiedene Arten von Schlafplätzen und Futtermöglichkeiten angeboten, das darauffolgenden Verhalten wurde genau beobachtet. So konnte herausgefunden werden, was den verstörten Tieren am besten hilft, sich artgerecht zu verhalten und sich „wohl“ zu fühlen.  

 Auch Plumploris müssen für ihr Futter arbeiten 

Um ein natürliches Verhalten der Plumploris hervorzurufen, wurden ihnen verschiedene Arten der Nahrungsaufnahme angeboten. Durchlöcherte Bambusstöcke, befüllt mit der Leckerei Gummi arabicum, wurden entweder frei hängend oder ans Gitter geschraubt angeboten.  Die Plumploris mochten beide Vorrichtungen, gaben aber der befestigten Konstruktion den Vorzug; dort konnten sie ihren heißgeliebten Snack sitzend und somit einfacher erreichen.

Das dritte Nahrungsangebot gab es in Form von lebendigen Grillen in einer Box, welche zusätzlich mit Blättern befüllt war. Diese sollten die Plumploris dazu bewegen, die Kiste zu durchsuchen und dabei das natürliche Futtersuchverhalten hervorrufen. Genau das haben die interessierten Plumploris getan und sind dabei in die „horizontale Stellung“ gegangen. Diese ist grundlegender Bestandteil ihres natürlichen Futtersuchverhaltens. Dabei hängen sie kopfüber von einem Ast und greifen in das Nest und fressen in diesem Fall die Grillen.

Diese Art der Nahrungsbeschaffung führt auch zur Förderung anderer natürlicher Aktionen wie dem Greifen. Die Einrichtung in diesem Versuch kann so ein abnormales Verhalten reduzieren und es sogar verhindern, wobei die Art der Nahrungsbeschaffung besonders förderlich zu sein scheint.

 Auswahl des richtigen Bettes 

Abgesehen von der Nahrung und ihrer Beschaffung, wurden den Plumploris vier verschiedene Arten von Schlafmöglichkeiten angeboten: eine Nestbox, ein Plastikgeflecht, Äste und eine Röhre. Da Plumploris sich lieber verstecken, sind Nestboxen zum Schlafen und Verstecken besonders wichtig – wenn sie „draußen“ schlafen müssen, erhöht das den Stress der kleinen Exoten und fördert abnormales Verhalten.

Die Nestboxen waren so gestaltet, dass sie die natürlichen Schlafhöhlen (meist in hohlen Bäumen) von Plumploris imitieren. Somit ist es wenig überraschend, dass über die Hälfte der Plumploris am liebsten in den Boxen schliefen. Außerdem förderten eben diese Boxen das Sozialverhalten der Plumploris, etwa in Form von Geruchsmarkierungen und dem gemeinsamen Schlafen.

 Eine Verbesserung, aber kein Happy End 

Die Ergebnisse zeigen, dass die „Anpassungen“ (besonders im Bereich des Futters und der Futtersuche) des Käfigs an den natürlichen Lebensraum der Plumploris sie (noch) nicht komplett „heilt“, aber weitere negative Auswirkungen und abnormales Verhalten verhindern können. Konfiszierte Loris (und weitere ähnliche Tierarten) können so möglichst naturnah gehalten werden und mit viel Glück wieder ausgewildert werden.

 

Doch das ist kein Happy End – zwar konnte der ETN durch die Unterstützung dieser Forschungsarbeit erste Schritte zur Verbesserung traumatisierter Tiere leisten, das große Problem besteht aber immer noch: Die Zunahme des Bedarfes an Plumploris für den Haustiermarkt und Fototourismus. Daher unser eindringlicher Aufruf:

 Unterstützen Sie in den sozialen Medien keine Beiträge, die Exoten als Haustier oder auf Urlaubsbildern mit Menschen zeigen! 

 Machen Sie Ihre Mitmenschen auf die Problematik und schwerwiegenden Auswirkungen des vermeintlich harmlosen Liken von Beiträgen in den sozialen Medien   aufmerksam! 

 Bitte machen auch Sie selbst keine Urlaubsfotos mit Exoten als Fotosouvenir – und denken Sie nicht drüber nach sich ein als Haustier anzuschaffen. 

Um unsere Hilfe für die Plumploris weiter auszubauen sind wir auf Ihre Spende angewiesen – wenn auch Sie den traumatisierten Tieren helfen möchten, spenden Sie bitte unter dem Verwendungszweck „Plumplori“.  

Europäischer Tier- und Naturschutz e. V.
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