Einsatz 

 für 

 bedrohte Arten  

17. August 2021

Nützlinge in den heimischen Garten locken

Egal ob Blattläuse, Schnecken oder Milben – Es gibt zahlreiche Tiere, die Gärtnern das Leben schwermachen. Sie können ganze Gemüsebeete zerstören, indem sie sich den Bauch vollschlagen und auch vor Bäumen und Blumen machen einige von ihnen keinen Halt. Was also tun gegen die kleinen Plagegeister? Eins steht fest: Auf chemische Giftkeulen kann und sollte man in jedem Fall verzichten. Es gibt genügend tierische Helfer, die ganz von alleine den Kampf gegen die Schädlinge aufnehmen. Wir stellen Ihnen heute einige davon vor und verraten Ihnen, wie Sie die Nützlinge in ihren Garten locken.

Nützlinge, die wohl jeder täglich in seinem Garten entdeckt, sind Vögel. Blaumeisen, Spatzen, Rotkehlchen und Co. sind nicht nur schön anzusehen, sondern schnabulieren auch fleißig Insekten, die wir Menschen oft als störend empfinden. So verfüttern Meisen zum Beispiel pro Jahr 75 kg Insekten an ihre Brut. Auch die Blaumeise leistet im Garten einzigartige Arbeit: Bis zu 600-mal täglich versorgt sie ihren Nachwuchs mit einem Schnabel voll Insekten. Neben Frostspannerraupen und Gespinstmotten stehen auch die Raupen des gefürchteten Eichenprozessionsspinners, welche gefährliche toxische Reaktionen beim Menschen auslösen können, auf dem Speiseplan der Meisen. Damit die beliebten Besucher sich in Ihrem Garten wohlfühlen ist es wichtig, ihnen genügend Brutmöglichkeiten und Nistplätze zu bieten. Was man besonders während der Brutzeit beachten sollte, lesen Sie hier.

Etwas seltener zu Gesicht bekommt man einen Nützling, der für sein pikstendes Gewand bekannt ist: Der Igel. Zu den Leibspeisen des Säugers zählen Schnecken. Schafft man ihm also ein Zuhause, so ist das Gemüsebeet vor den schleimigen Kriechern sicher. Aber auch Spinnen und andere Insekten stehen auf dem Speiseplan der Igel. Außerdem sorgt er auch für Ordnung im Garten, indem er an liegengebliebenem Fallobst knabbert. Damit die stachelige Gartenpolizei sich bei Ihnen wohlfühlt, sollten Sie ihr mit Laubhaufen, Hecken und Holzstapeln eine Möglichkeit zum Überwintern bieten.

Der Marienkäfer gilt nicht nur als Glücksbringer, sondern ist darüber hinaus besonders nützlich im Kampf gegen Blattläuse. Ein Siebenpunkt-Marienkäfer frisst zwischen 100 und 150 Blattläuse pro Tag. Seine hungrigen Larven verspeisen in der Zeit bis zu ihrer Verpuppung nochmal je 400 bis 600. Die Nachkommen eines einzigen Marienkäfers können so während des Sommers rund 100.000 Läuse vertilgen. Besonders in der kalten Jahreszeit benötigt das Insekt menschliche Hilfe. In Laubhaufen, altem Holz, Hohlräumen oder auch Insektennistkästen, schafft es der Marienkäfer durch den Winter. Im Frühjahr, wenn Blattläuse oft explosionsartig auftreten, wacht er mit einem Bärenhunger aus der Winterstarre auf.

Die Florfliege teilt sich die Leibspeise mit dem Marienkäfer. Der besonders verfressene Nachwuchs eines einzigen Florfliegenweibchens verspeist rund 500.000 Blattläuse pro Jahr. Nicht umsonst werden die hungrigen Larven auch Blattlauslöwen genannt. Auch die Florfliege ist im Herbst auf Überwinterungsquartiere angewiesen. Besonders gern macht sie es sich in Laubhaufen bequem. Nektar und Pollen aus Blumen locken sie in Ihren Garten.

Neben Vögeln, Igeln sowie bestimmten Käfer- und Fliegenarten gibt es noch zahlreiche andere natürliche Schädlingsbekämpfer. Wollen Sie die Nützlinge in Ihren Garten locken, gilt generell: Schaffen Sie das ganze Jahr über genügen Brut- und Nistplätze, indem sie ihren Garten möglichst unberührt lassen. Außerdem bieten Hecken und Sträucher unzähligen Tieren ein Zuhause. Wer ihre Überwinterung zusätzlich unterstützen möchte, kann sich ein Insektenhotel bauen. Mehr dazu hier.

Wenn sie uns im Einsatz für bedrohte Arten unterstützen möchten, können Sie hier spenden. Wir freuen uns über jede Unterstützung!

 

Europäischer Tier- und Naturschutz e. V.
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